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14.02.2016

Wasser ist nicht nur zum Waschen da

Erwachsene Taufbewerber feiern ihre Zulassung zur Taufe

Durch Handauflegung segnete Weihbischof Manfred Grothe 29 erwachsene Taufbewerber bei der "Feier der Zulassung". (Fotos: H.Matena/Bistum Limburg)

LIMBURG.- Der Großteil der Christen beginnt seinen Lebensweg mit Gott und Kirche im Kleinkindalter. Um Teil der Gemeinschaft mit Jesus Christus zu werden, gibt es jedoch keine Altersbegrenzung. Am Sonntag, 14. Februar, haben 29 erwachsene Taufbewerber mit ihren Heimatpfarrern, Familien und künftigen Taufpaten von Weihbischof Manfred Grothe im Hohen Dom zu Limburg die Zulassung zur Taufe erhalten.

Seit Oktober haben sich die Taufbewerber - in der katholischen Kirche Katechumenen genannt - in ihren jeweiligen Pfarreien mit Glaubenskursen vorbereitet. In der Osternacht oder an Pfingsten erhalten sie dort die "Sakramente der Christwerdung" - Taufe, Firmung und Eucharistie -, womit sie in die katholische Kirche aufgenommen werden.

Unter den Katechumenen befanden sich in diesem Jahr Mitglieder der koreanischen Gemeinde, der portugiesischen Gemeinde, sowie mehrere Konvertiten aus dem Nahen und Mittleren Osten. Lesung und Fürbitten wurden daher auch auf Koreanisch vorgetragen. "

Es ist eine tolle und spannende Zeit - und ein einzigartiges Erlebnis, was wir Taufbewerber in der Osternacht oder an Pfingsten erleben werden", beschreibt Katharina Ebert aus Frankfurt die Zeit der Vorbereitung.

In der Gemeinschaft glauben

"Sie haben sich entschieden, den Weg in die katholische Kirche zu gehen. Sie haben gemerkt, glauben kann man nicht alleine - und durch die Taufe werden sie Mitglied der Gemeinschaft der Kirche. In Limburg, in Deutschland und auch in der Weltkirche", sagte Weihbischof Grothe beim Empfang der Taufbewerber in der Michaelskapelle. Nach der persönlichen Begrüßung jedes Taufbewerbers durch den Weihbischof zogen Katechumenen und Begleiter durch die Pforte der Barmherzigkeit in den Dom ein.

Die Suche nach dem Gefühl, Teil der Gemeinschaft der Gläubigen zu sein, beschrieb auch Ebert. Nach einem Urlaub im Vatikan habe sie aus Neugier zum ersten Mal einen katholischen Gottesdienst besucht: "Was ich dort gefühlt habe, lässt sich kaum in Worte fassen. Eine unglaubliche Geborgenheit." Als sie merkte, dass ihr jedoch das Gefühl der Zugehörigkeit fehlte, entschied sie sich zur Taufe.

Eine weitere Taufbewerberin sagte: "Manchmal merkt man erst, dass etwas fehlt, wenn man darauf gestoßen wird." Durch ihren Partner besuchte sie an mehreren Gottesdiensten der portugiesischen Gemeinde in Frankfurt. Dadurch bewegt, entschied sie sich zur Taufe: "Ich hatte den Glauben tief in meinem Herzen, aber ich wollte ihn auch institutionalisieren."

Gottes Barmherzigkeit hat Platz für jeden

"Wasser ist zum Waschen da", zitierte Weihbischof Grothe in seiner Predigt ein bekanntes Lied aus den 1950er Jahren. "Aber Wasser hat auch ganz viel mit dem Leben zu tun. Ohne Wasser gäbe es kein Leben. Und wenn man über die Taufe spricht, darf man das Wasser nicht vergessen." Grothe hielt fest, dass Taufe nicht nur ein Zeichen der Bereitschaft zur Umkehr sei, sondern auch das Sakrament der Sündenvergebung. So wie Jesus Christus in die Städte gereist sei und auch die Ausgestoßenen getauft habe - darunter die Zöllner, die als unehrlich galten -, so sei auch heute "für jeden Platz in der Barmherzigkeit Gottes. Bei Christen wird kein Mensch ausgegrenzt, weil er zum Beispiel behindert ist oder wenig leistungsfähig, oder weil er einen anrüchigen Beruf hat."

Grothe befragte die Taufbewerber einzeln zu ihrem Willen, die Sakramente zu empfangen und segnete sie durch Handauflegung. Anschließend beauftragte er die zuständigen Pfarrer, an Ostern die drei "Sakramente der Christwerdung" zu erteilen.

Im Bistum Limburg lassen sich jedes Jahr 100 bis 150 Erwachsene neu taufen. Zur Erwachsenentaufe gehört eine Vorbereitungszeit, der sogenannte Katechumenat. Nach der "Feier der Zulassung" beginnt für die Taufkandidaten eine Intensivphase mit Glaubenskurs und Katechesen mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern der Erwachsenenpastoral. (hm)

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