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Aus Liebe ist der Tod überwunden

Aus Liebe ist der Tod überwunden
Aus Liebe ist der Tod überwunden

LIMBURG. Wer Ostern die Auferstehung Christi feiert, muss auch den Tod Jesu im Blick haben. Wer mit Ostern in Berührung kommen will, müsse in das Leid des Grabes schauen. Dies hat Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst in seiner Osterpredigt deutlich gemacht. Dabei nahm der Bischof den Salbungsstein in der Eingangshalle der Grabeskirche in Jerusalem in den Blick. Dieser Stein erhebe sich nur leicht aus dem Boden. "So, wie er da im Weg steht, ist er ein Stolperstein im Glauben, der Menschen nicht zu Fall, sondern auf die Knie bringt", sagte Tebartz-van Elst. Es sei nicht leicht, auf den Tod zuzugehen, ihn anzufassen, sich ihm zu stellen und es sei hart, dem Tod zu begegnen. Er sei gleichsam ein Stolperstein im Leben, der am liebsten eingeebnet sein solle. Im Sinn der Medizin und nach den Maßstäben scheinbarer Lebensqualität sei der Tod eine Niederlage, die der Mensch eliminieren wolle. "Wenn der Tod kommt, möchten wir den Salbungsstein überspringen. Er muss aber zum Stolperstein werden, wenn wir weiter kommen wollen als diese Welt geht", so der Bischof von Limburg. Es brauche Stolpersteine in Kirche und Gesellschaft als Stationen gegen das Vergessen, als Stufen in die größere Wahrheit des Lebens und als Schritte zum Mut, sich der Wirklichkeit zu stellen.

 

Eintauchen in den Strom der Liebe

Im Hohen Dom zu Limburg feierten hunderte Gläubige mit dem Bischof die Osternacht. In der festlichen Liturgie wurde in diesem Jahr auch eine Erwachsene getauft. Mit Blick darauf sagte Bischof Franz Peter Tebartz-van Elst, dass Ostern den Menschen immer auch mit dem Wasser der Taufe in Berührung bringe. Jeder und jede Getaufte sei in den Strom der Liebe, der aus der Seitenwunde Christi am Kreuz entspringe, eingetreten. "Unsere Taufe ist die Berührung mit den Wunden des Auferstandenen. Verwundungen des Lebens werden durch die Taufe zu Verwandlungen", so der Bischof. Im Tod Jesu das eigene Leben zu sehen, lasse den Christen die Welt mit anderen Augen anschauen. "Dann können Stolpersteine in der Berührung mit unseren Wunden zu Salbungssteinen seiner Liebe werden", sagte Bischof Tebartz-van Elst weiter. In der Grabeskirche zu Jerusalem werde bewusst, dass an diesem Salbungsstein kein Weg vorbei führt. Wer davor zurückweicht, für den werde der Rückweg zur Sackgasse in die Welt. Wer sich hier heilsam stolpern und stören lässt, komme weiter in der Liebe und im Leben. (hk)